Begriff im Fokus: Emotionsmanagement!

Ich lese gerne und viel. Unter anderem auch Fachliteratur aus dem weiten Feld der Wirtschaftspsychologie. Begriffe wie Resilienz, Burnout-Prophylaxe und ähnliche stammen aus diesem Feld. Und jetzt – ganz neu: Emotionsmanagement. Meine erste Reaktion: Was für eine Herausforderung! Nun soll ich neben mir selbst (=Selbstmanagement), meiner Zeit (=Zeitmanagement) auch meine Emotionen managen. Großartiges, neues Etikett. Oder steckt doch mehr dahinter? Begriff im Fokus: Emotionsmanagement! weiterlesen

Begriff im Fokus: Angreifbar!

Angreifbar sein, wer will das schon? Dann bin ich ja für andere Menschen greifbar, kann nicht entschlüpfen. Voraussetzung für das Greifbar-werden ist aber, dass ich mich in irgendeiner Weise positioniert habe, vor allen anderen Stellung bezogen, eine nicht-neutrale Meinung geäußert habe.

Wer tut das denn heute noch? Es gehört zum guten Ton, nicht angreifbar zu sein. Beispiel Politik: Wo gibt es denn noch klare, wirklich greifbare Positionen der Parteien, die über Allgemeinplätze hinausgehen? Noch ärger: Begriff im Fokus: Angreifbar! weiterlesen

Der Trend zur Mitte oder: Feedbackkultur!

Kürzlich habe ich einen Kongress besucht. Bestens organisiert, interessant klingende Vortragstitel. Bunt gemixte Vortragende, vom Buchautor bis zur Führungskraft wohlklingender Unternehmen war alles dabei. Der eine mehr, der andere weniger anregend. Was diesen Kongress aber wirklich speziell machte, waren spontane Äußerungen, die mehrere Vortragende eher so nebenbei immer wieder einbauten. In verschiedenen Abwandlungen: „Das hat ja mein Vorredner auch schon so gesagt.“

Es waren die verblüffend ähnlichen Aussagen und Vortragsinhalte der Unternehmensvertreter, die auffielen. Als da waren: Der Trend zur Mitte oder: Feedbackkultur! weiterlesen

Passwort, das 397.

Zutritt verboten, auch am PC. Die Passworte und PIN-Nummern werden nicht weniger, jedes Jahr kommen weitere hinzu. Programme, Mail-Adressen, soziale Netzwerke, aber auch Banken, Versicherungen, Krankenkasse,… alles soll und muss gut gesichert sein, privat und erst recht im Beruf.

Immer häufiger werden bei der Passwortvergabe Kriterien eingefordert, die die Erinnerung auch nicht eben erleichtern. So müssen oft mindestens 8 Zeichen verwendet werden, inklusive Ziffern und Sonderzeichen. Alle halbe Jahre muss dann das Passwort zwangsweise geändert werden. In einigen Unternehmen sogar noch öfter. Alles sinnvoll. Nur: wer soll sich das eigentlich noch merken können? Passwort, das 397. weiterlesen

Ist Wahrheit wahr? Die Sprachfalle

Einer der wenigen Sätze aus meiner Schulzeit an die ich mich auch heute noch erinnere, war der Hinweis meines Deutschlehrers in der Oberstufe (Grundkurs), dass bei allen Worten, die mit -heit und -keit enden, immer Vorsicht angebracht sei. Jetzt will ich nicht behaupten, ich hätte das damals als Schülerin in der gesamten Reichweite auch nur ansatzweise verstanden, nein.

Einen deutlichen Fortschritt auf diesem Gebiet machte ich erst, als ich meine Diplomarbeit an der Universität schrieb. Es ging um die zinsbereinigte Einkommensteuer, die Anfang der 1990er Jahre in Kroatien eingeführt worden war. Nach dem Ende des kalten Kriegs brauchten die ehemals kommunistischen Länder auch den neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten entsprechende Steuersysteme. Damals wurden noch viele Überlegungen angestellt, wie ein Steuersystem ausgestaltet werden könne, das dem Anspruch der steuerlichen GerechtigKEIT gerecht wird. Es ist auch gern die Rede von der steuerlichen LeistungsfähigKEIT. Tatsächlich ging es um Investitionsneutralität.

Was ist also dran an den Worten mit -heit und -keit? Darüber lohnt es sich, einmal nachzudenken. Ist Wahrheit wahr? Die Sprachfalle weiterlesen

Algorithmen im Bewerbungsmanagement oder: Wider die Gleichmacherei!

Der Algorithmus bestimmt die Karriere“ – so titelt „Die Zeit“ am 13. Oktober 2014 und beschreibt im Artikel die zunehmende Tendenz in Unternehmen, Bewerbungen durch Computerprogramme sichten und eine Vorauswahl treffen zu lassen.

Ein naheliegender Gedanke und typisch für unsere auf Effizienz getrimmte Zeit. Denn: „Ein Algorithmus ist ein Rechenvorgang, der nach einem bestimmten, sich wiederholenden Schema abläuft“ (Duden: Fremdwörterbuch, 5. Auflage). Die Vorteile liegen auf der Hand: Algorithmen im Bewerbungsmanagement oder: Wider die Gleichmacherei! weiterlesen