Funktionsloses Altern?

Viele Menschen definieren sich über ihre berufliche Funktion. Letztens auf einer Hochzeit saß ich am Tisch mit Freunden des Bräutigamvaters. Altersgruppe zwischen Mitte und Ende 60. Natürlich wurde mir dann irgendwann die Frage gestellt, was ich denn beruflich so mache. Nach meiner Antwort fragte ich dann auch interessiert zurück: Und, was machen Sie so?

Das Spannende war dann, dass mir diese Männer erzählten, was Sie früher beruflich gemacht hätten: Funktionsloses Altern? weiterlesen

Fachkräftemangel: Ein potemkinsches Dorf?

Fachkräftemangel landauf, landab und das seit mehr als 10 Jahren – ich kann es nicht mehr hören. Die Situation erscheint mir paradox: Einerseits Fachkräftemangel, andererseits gibt es laut Bundesagentur für Arbeit wenig Chancen auf Stellen für Menschen ab Mitte 50. Wie passt das zusammen? Dazu habe ich trotz haufenweise verfügbarer Studien zu allem möglichen noch keine schlüssige Erklärung finden können. Am wahrscheinlichsten scheint mir „vermutete Inflexibilität“ bei Menschen dieser Altersgruppe zu sein.

Das der demographische Wandel gerade diese Altersgruppe wachsen lässt, sollte sich herumgesprochen haben. Auf der anderen Seite der Ruf nach Fachkräften. Liegt da nicht der Gedanke nahe, Personalmarketing und -rekrutierung auf diese Altersgruppe auszudehnen? Sich flexibel der absehbaren Situation zu stellen? Sonst könnte man am Ende auf die Idee kommen, der Druck sei doch nicht so hoch. Fachkräftemangel als potemkinsches Dorf, sozusagen.

Inflexibilität mal 2 – einmal vermutet, einmal tatsächlich. Fachkräfte gibt es in Deutschland. Jedenfalls dann, wenn ich meinen Suchfokus und Suchmodus flexibel adaptiere.

[gh, 9.11.2014]

Balance, die zweite

Die Gedanken, die ich dank der Genervtheit von Frau Förster notierte, haben weitere nach sich gezogen. Anhaltendes Nachdenken hilft, das wird heutzutage leider meist unterschätzt.

Seit ich mit dem Taijiquan (Tai Chi Chuan) angefangen habe, richte ich mich, also meinen Körper, an einer gedachten senkrechten inneren Linie aus. Diese Linie zentriert mich, ich richte mich auf, der Kopf ist in der Vorstellung „am Himmel“ aufgehängt. In dieser Position soll jede überflüssige Spannung der Muskeln losgelassen werden, um möglichst mühelos zu verweilen. So weit, so gut. Balance, die zweite weiterlesen

Genervtes Ver#Querdenken!

Antwort auf Anja Försters Kolumne „Balance nervt!“ vom 1.9.2014 in der Zeitschrift Capital (http://www.capital.de/meinungen/balance-nervt.html)

Balance nervt – Capital 2014 Anja Förster (als pdf)

Frau Förster übernimmt in ihrer Kolumne die von ihr kritisierte vermeintliche Botschaft der Werbeindustrie: „Ja, Du kannst alles haben! Alles ist möglich! Du musst nur die richtige Balance finden.“ und kommt zu dem Schluss „Balance ist ein perfides psychologisches Spiel. Denn es gibt keine perfekte Lösung. […] Unter Umständen beinhaltet das „Ja“ […] gleich mehrere Neins. […] Und das bedeutet alles, nur keine Balance.“ Dabei benennt Frau Förster die derzeit üblichen Kriterien, die für „gelungene“ Lebenswege herangezogen werden, vorgebracht an Beispielen Prominenter: Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindern, Ehe und Familie sowie wirtschaftlicher Erfolg.

Hier beginnt für mich das eigentliche psychologische Spiel, das Frau Förster auch bereitwillig mitspielt. Genervtes Ver#Querdenken! weiterlesen

TTIP und die EU – vier Buchstaben und eine große Kommunikationschance

Kürzlich gab es im Außenwirtschaftsausschuss der Industrie- und Handelskammer eine intensive Diskussion über den TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), an der ich mich beteiligte. Ausgangspunkt war die Ansicht, dass die Medien über TTIP schlecht und sachlich unqualifiziert berichtet hätten und daher die Hauptschuld am Kommunikationsdesaster tragen würden.

Diesen Standpunkt teilte und teile ich nicht. TTIP und die EU – vier Buchstaben und eine große Kommunikationschance weiterlesen