Netzwerken: Nur die Funktion zählt!

Mein Eindruck verstärkt sich mit zunehmenden Lebensalter: Die Funktion eines Menschen entscheidet bei vielen darüber, ob sie sich mit dieser Person abgeben oder nicht. Jedwede Ausnahme davon bestätigt die Regel. Wir leben in einer funktionsfixierten Gesellschaft!

Netzwerken als (Visiten-)Kartenspiel

Bestes Beispiel dafür sind all diese Veranstaltungen, bei denen es um Netzwerken, Networking oder – noch effizienter – Speednetworking geht. Netzwerken: Nur die Funktion zählt! weiterlesen

Der Trend zur Mitte oder: Feedbackkultur!

Kürzlich habe ich einen Kongress besucht. Bestens organisiert, interessant klingende Vortragstitel. Bunt gemixte Vortragende, vom Buchautor bis zur Führungskraft wohlklingender Unternehmen war alles dabei. Der eine mehr, der andere weniger anregend. Was diesen Kongress aber wirklich speziell machte, waren spontane Äußerungen, die mehrere Vortragende eher so nebenbei immer wieder einbauten. In verschiedenen Abwandlungen: „Das hat ja mein Vorredner auch schon so gesagt.“

Es waren die verblüffend ähnlichen Aussagen und Vortragsinhalte der Unternehmensvertreter, die auffielen. Als da waren: Der Trend zur Mitte oder: Feedbackkultur! weiterlesen

Prozessoptimierung und der Faktor Zeit

„Was macht den Unterschied zwischen einem leckeren Kuchen und einem sensationell leckeren Kuchen aus?“, fragte ich mich oft. Es sind nicht nur die Zutaten. Die können in beiden Fällen von erstklassiger Qualität sein und dennoch schmeckt der eine Kuchen besser als der andere. Ist es am Ende doch die vielbeschworene Liebe, die hineingebacken wurde? In dieser halbironischen Frage steckt vielleicht mehr Wahrheit als uns allen lieb ist.

Einer der wesentlichen Faktoren für das Gelingen von Backwaren ist die Zeit. Wer noch mit daheim hergestellten Speien groß geworden ist, weiß darum. Prozessoptimierung und der Faktor Zeit weiterlesen

Charlie Hebdo oder das Recht auf Meinungsfreiheit

Anhand der Pariser Geschehnisse um Charlie Hebdo und der viel beschworenen Meinungsfreiheit zeigen sich leider genau die Probleme der Worte bzw. Konzepte mit -heit und -keit, auf die ich unlängst verwies. Jeder will seine sogenannte Freiheit verteidigen. Was aber, wenn die eigene Freiheit die eines anderen berührt?

Das Thema ist nicht neu. In vergangenen Jahrhunderten hatten gesellschaftlich höher gestellte Menschen für sich die Freiheit definiert, anderen Menschen die Freiheit zu nehmen. Es nannte sich Sklavenhandel : „Ideologische Grundlage war dabei immer der Versuch, die Überlegenheit einer Gruppe gegenüber einer anderen zu beweisen.“, so Wikipedia.

Jetzt mal Hand aufs Herz: Was ist uns an diesen Karikaturen denn gerade so wichtig?

Die Meinungsfreiheit gemäß Artikel 5 des Grundgesetzes erlaubt uns, Charlie Hebdo oder das Recht auf Meinungsfreiheit weiterlesen

Ziele setzen: Ja, jein oder nein?

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Kurz vor dem Jahreswechsel kommt von überall her die Aufforderung: Setz Dir Ziele! Nur mit Zielen sei ich nicht ziellos. Denn wer ziellos ist, sei reines Treibgut, sei nicht effektiv, würde sein Leben verschenken, einfach nur ableben und so weiter. Hat was von „Und täglich grüßt das Murmeltier„: Ein Film, in dem Bill Murray in einer Zeitschleife gefangen wieder und wieder den selben Tag erlebt.

Dieser Aufforderung auszuweichen ist nahezu unmöglich. Ziele setzen: Ja, jein oder nein? weiterlesen

Passwort, das 397.

Zutritt verboten, auch am PC. Die Passworte und PIN-Nummern werden nicht weniger, jedes Jahr kommen weitere hinzu. Programme, Mail-Adressen, soziale Netzwerke, aber auch Banken, Versicherungen, Krankenkasse,… alles soll und muss gut gesichert sein, privat und erst recht im Beruf.

Immer häufiger werden bei der Passwortvergabe Kriterien eingefordert, die die Erinnerung auch nicht eben erleichtern. So müssen oft mindestens 8 Zeichen verwendet werden, inklusive Ziffern und Sonderzeichen. Alle halbe Jahre muss dann das Passwort zwangsweise geändert werden. In einigen Unternehmen sogar noch öfter. Alles sinnvoll. Nur: wer soll sich das eigentlich noch merken können? Passwort, das 397. weiterlesen

Ist Wahrheit wahr? Die Sprachfalle

Einer der wenigen Sätze aus meiner Schulzeit an die ich mich auch heute noch erinnere, war der Hinweis meines Deutschlehrers in der Oberstufe (Grundkurs), dass bei allen Worten, die mit -heit und -keit enden, immer Vorsicht angebracht sei. Jetzt will ich nicht behaupten, ich hätte das damals als Schülerin in der gesamten Reichweite auch nur ansatzweise verstanden, nein.

Einen deutlichen Fortschritt auf diesem Gebiet machte ich erst, als ich meine Diplomarbeit an der Universität schrieb. Es ging um die zinsbereinigte Einkommensteuer, die Anfang der 1990er Jahre in Kroatien eingeführt worden war. Nach dem Ende des kalten Kriegs brauchten die ehemals kommunistischen Länder auch den neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten entsprechende Steuersysteme. Damals wurden noch viele Überlegungen angestellt, wie ein Steuersystem ausgestaltet werden könne, das dem Anspruch der steuerlichen GerechtigKEIT gerecht wird. Es ist auch gern die Rede von der steuerlichen LeistungsfähigKEIT. Tatsächlich ging es um Investitionsneutralität.

Was ist also dran an den Worten mit -heit und -keit? Darüber lohnt es sich, einmal nachzudenken. Ist Wahrheit wahr? Die Sprachfalle weiterlesen

Social Freezing – Eizellen einfrieren als Personalinstrument?

Da bieten bekannte Unternehmen wie Google und Facebook ihren (jungen) Mitarbeiterinnen unter dem Etikett „Social Freezing“ an, ihre Eizellen einfrieren zu lassen (vgl. u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung). Verkauft wird das als das ultimative Tool zur Mitarbeiterbindung. Dazu soll es im Sinne des Employer Branding die Unternehmen als besonders innovativ positionieren.

Nüchtern betrachtet ist das Instrument die logische Konsequenz aus den wesentlichen Entwicklungen unseres Jahrzehnts. Wir wollen junge Leute, die bestens und vor allem schnell ausgebildet den Unternehmen als Nachwuchs zur Verfügung stehen. Social Freezing – Eizellen einfrieren als Personalinstrument? weiterlesen

Algorithmen im Bewerbungsmanagement oder: Wider die Gleichmacherei!

Der Algorithmus bestimmt die Karriere“ – so titelt „Die Zeit“ am 13. Oktober 2014 und beschreibt im Artikel die zunehmende Tendenz in Unternehmen, Bewerbungen durch Computerprogramme sichten und eine Vorauswahl treffen zu lassen.

Ein naheliegender Gedanke und typisch für unsere auf Effizienz getrimmte Zeit. Denn: „Ein Algorithmus ist ein Rechenvorgang, der nach einem bestimmten, sich wiederholenden Schema abläuft“ (Duden: Fremdwörterbuch, 5. Auflage). Die Vorteile liegen auf der Hand: Algorithmen im Bewerbungsmanagement oder: Wider die Gleichmacherei! weiterlesen

Ein wertvolles Geschenk oder Korruption?

Nichts ahnend gehe ich durch die Fußgängerzone, als mir plötzlich ein „Mönch“ (seine Worte) zwei Bücher in die Hand drückt. Auf meine Frage, was diese Bücher seiner Meinung nach mit mir zu tun hätten, antwortet er, sie seien ganz wertvoll: altes Wissen, Indien, Spiritualität, … Schon erklärt er mir, dass er mir diese wertvollen Bücher schenkt.  Für dieses Geschenk soll ich mich erkenntlich zeigen, indem ich eine Spende für die Druckkosten leiste. Schönes „Geschenk“, das eine Gegenleistung einfordert, da habe ich doch ein anderes Verständnis vom Schenken.

„Warum soll ich das entscheiden, ist das jetzt wirklich MEIN Problem?“, überlege ich. Nun, zunächst ist es seine Entscheidung, mich „be-Glück-en“ zu wollen. Ein wertvolles Geschenk oder Korruption? weiterlesen