Gregor Heilmaier, Dr. Günther Beckstein

Im Gespräch mit…Dr. Günther Beckstein

Wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich es schätze, mit Menschen ins vertiefte Gespräch zu kommen. Mich interessieren dabei vor allem die persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen meines Gegenübers. Was hat er oder sie für Situationen erfahren, welche Reaktionen erlebt und welche Schlüsse daraus gezogen? Im November hatte ich nun die Ehre und das Vergnügen, das Kamingespräch der Wirtschaftsjunioren Nürnberg mit Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident a.D., zu moderieren.

Beckstein zu Paris und der weltweiten Sicherheitslage

Die schrecklichen Anschläge von Paris waren gerade mal drei Tage her, so dass diese und ihre Auswirkungen auf die weltweite Sicherheitslage Hauptthema des Abends waren. Die profunden Kenntnisse Dr. Becksteins haben nicht nur mich, sondern alle Anwesenden unabhängig ihrer sonstigen politischen Überzeugungen veranlasst, einige Themen in neuem Zusammenhang zu sehen. Mir kommt es dabei hier nicht darauf an, Einzelheiten wiederzugeben. Sondern eher auf den Aspekt, dass Dr. Beckstein das Kunststück gelang, diese sich über Jahre aufbauende, außerordentlich komplexe Gemengelage in ihren sachlichen Aspekten zu beschreiben. Was als politische Analyse allein schon spannend gewesen wäre, gewann noch deutlich hinzu. Denn Dr. Beckstein teilte mit dem aufmerksamen Zuhörer auch seine persönlichen Erkenntnisse.

Wo ein Wille, da ein Weg

Was ich gehört habe: Beziehungen zwischen Staaten kommen in Gang, Projekte kommen voran, sogenannte Sachzwänge werden überwunden, weil die handelnden Personen miteinander können und wollen. Umgekehrt stockt alles, entwickelt sich negativ, wird alternativlos genannt, wenn es mit dem Gegenüber nicht klappt. So lassen sich große Entwicklungen der Geschichte immer wieder auf einzelne Persönlichkeiten, deren Wollen und Können zurückführen.

Woraus dann für mich logisch folgt: Wer sich (zum Positiven) verändert, verändert die Welt. Oder – danke, Stefan! – mit Ludwig Wittgenstein gesprochen: „Bessere dich selbst, nur so kannst du die Welt verbessern“. Ist doch eigentlich ganz einfach in aufgewühlten Zeiten wie diesen, oder? Ich fang´ dann mal bei mir an. Mal sehen, was so geht.

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