Social Freezing – Eizellen einfrieren als Personalinstrument?

Da bieten bekannte Unternehmen wie Google und Facebook ihren (jungen) Mitarbeiterinnen unter dem Etikett „Social Freezing“ an, ihre Eizellen einfrieren zu lassen (vgl. u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung). Verkauft wird das als das ultimative Tool zur Mitarbeiterbindung. Dazu soll es im Sinne des Employer Branding die Unternehmen als besonders innovativ positionieren.

Nüchtern betrachtet ist das Instrument die logische Konsequenz aus den wesentlichen Entwicklungen unseres Jahrzehnts. Wir wollen junge Leute, die bestens und vor allem schnell ausgebildet den Unternehmen als Nachwuchs zur Verfügung stehen. Social Freezing – Eizellen einfrieren als Personalinstrument? weiterlesen

Algorithmen im Bewerbungsmanagement oder: Wider die Gleichmacherei!

Der Algorithmus bestimmt die Karriere“ – so titelt „Die Zeit“ am 13. Oktober 2014 und beschreibt im Artikel die zunehmende Tendenz in Unternehmen, Bewerbungen durch Computerprogramme sichten und eine Vorauswahl treffen zu lassen.

Ein naheliegender Gedanke und typisch für unsere auf Effizienz getrimmte Zeit. Denn: „Ein Algorithmus ist ein Rechenvorgang, der nach einem bestimmten, sich wiederholenden Schema abläuft“ (Duden: Fremdwörterbuch, 5. Auflage). Die Vorteile liegen auf der Hand: Algorithmen im Bewerbungsmanagement oder: Wider die Gleichmacherei! weiterlesen

Funktionsloses Altern?

Viele Menschen definieren sich über ihre berufliche Funktion. Letztens auf einer Hochzeit saß ich am Tisch mit Freunden des Bräutigamvaters. Altersgruppe zwischen Mitte und Ende 60. Natürlich wurde mir dann irgendwann die Frage gestellt, was ich denn beruflich so mache. Nach meiner Antwort fragte ich dann auch interessiert zurück: Und, was machen Sie so?

Das Spannende war dann, dass mir diese Männer erzählten, was Sie früher beruflich gemacht hätten: Funktionsloses Altern? weiterlesen

Fachkräftemangel: Ein potemkinsches Dorf?

Fachkräftemangel landauf, landab und das seit mehr als 10 Jahren – ich kann es nicht mehr hören. Die Situation erscheint mir paradox: Einerseits Fachkräftemangel, andererseits gibt es laut Bundesagentur für Arbeit wenig Chancen auf Stellen für Menschen ab Mitte 50. Wie passt das zusammen? Dazu habe ich trotz haufenweise verfügbarer Studien zu allem möglichen noch keine schlüssige Erklärung finden können. Am wahrscheinlichsten scheint mir „vermutete Inflexibilität“ bei Menschen dieser Altersgruppe zu sein.

Das der demographische Wandel gerade diese Altersgruppe wachsen lässt, sollte sich herumgesprochen haben. Auf der anderen Seite der Ruf nach Fachkräften. Liegt da nicht der Gedanke nahe, Personalmarketing und -rekrutierung auf diese Altersgruppe auszudehnen? Sich flexibel der absehbaren Situation zu stellen? Sonst könnte man am Ende auf die Idee kommen, der Druck sei doch nicht so hoch. Fachkräftemangel als potemkinsches Dorf, sozusagen.

Inflexibilität mal 2 – einmal vermutet, einmal tatsächlich. Fachkräfte gibt es in Deutschland. Jedenfalls dann, wenn ich meinen Suchfokus und Suchmodus flexibel adaptiere.

[gh, 9.11.2014]

TTIP und die EU – vier Buchstaben und eine große Kommunikationschance

Kürzlich gab es im Außenwirtschaftsausschuss der Industrie- und Handelskammer eine intensive Diskussion über den TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), an der ich mich beteiligte. Ausgangspunkt war die Ansicht, dass die Medien über TTIP schlecht und sachlich unqualifiziert berichtet hätten und daher die Hauptschuld am Kommunikationsdesaster tragen würden.

Diesen Standpunkt teilte und teile ich nicht. TTIP und die EU – vier Buchstaben und eine große Kommunikationschance weiterlesen